Back to the roots

Heutzutage findet man den Begriff ‚agil‘ überall, auch dort, wo er nicht passt.

Was sind die Ursprünge von ‚agil‘?

Der Ursprung ist das ‚agile manifesto‘, das bei einem Treffen von 17 namhaften Vertretern der Software-Industrie formuliert wurde.

In Deutsch lautet das agile Manifest:

„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt: 

  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.“

Zunächst geht es um Softwareprodukt-Entwicklung, die im Jahr 2001, als das agile Manifest entstanden ist, keinen guten Stand hatte. Die Autoren hatten sich bei diesem Treffen die Frage gestellt, was der Grund ist, warum viele Projekte für die Entwicklung von Software scheitern.

Ich habe alle diese negativen Auswirkungen in den 90ern selbst miterlebt:

Der Streit zwischen dem Auftraggeber und dem Software-Lieferanten, wenn Funktionen nicht das erfüllten, was im Vertrag zwischen den beiden (scheinbar) vereinbart war. Die Enttäuschung auf der Seite des Kunden, wenn wieder einmal der Liefertermin nicht gehalten werden konnte. Der Unmut darüber, dass das Programm nicht das leistete, was in einer umfangreichen Dokumentation beschrieben war und schließlich der Frust bei den Mitarbeitern des Auftraggebers, wenn ihnen gesagt wurde, dass die Software eben vorgibt, wie er damit umgehen sollte.

Das führte alles zu einem Verlust an Vertrauen zwischen den Vertretern des Auftraggebers und den Mitarbeitern des Software-Lieferanten.

Die Autoren des agilen Manifests kannten natürlich auch diese negativen Erfahrungen und sie wollten aus diesem Teufelskreislauf ausbrechen:

Sie hatten erkannt, dass es das Beste ist, wenn man Software liefert, die funktioniert. Das überzeugt den Auftraggeber und schafft Vertrauen. Noch mehr, wenn der Auftraggeber den Eindruck gewinnt, dass er mit seinen Änderungswünschen ernst genommen wird und diese dann auch zeitnah umgesetzt werden und nicht erst, wenn der Projektplan, der ohnehin nie einzuhalten war, einen Zeitraum dafür vorsah.

Die Zufriedenheit des Auftraggebers war dann am höchsten, wenn der Lieferant minutiös seine Anforderungen aufnahm und dafür nach einer überschaubaren Zeit eine Lösung präsentieren konnte.

So bin ich mit meinen Kunden damals verfahren als ich selbst ab 1992 Software entwickelte und verkaufte. Lange bevor es das agile Manifest gab. Es hatte sich dann damals eine gewisse Vorgehensweise entwickelt, die für beide Seiten nützlich war, für mich, weil ich genau wusste, was mein Auftraggeber wollte und für ihn, weil ich in absehbarer Zeit geliefert habe.

Bitte beschreibe Deine Erfahrungen damals als Kommentar.

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